150 Menschen bei Kundgebung: „Kein Abschiebegefängnis in Mönchengladbach und nirgendwo!“

Eine Kundgebung vor dem Haus Erholung in Mönchengladbach. Vor dem Gebäude stehen circa 150 Menschen und schauen zu einer Person, die gerade auf den Stufen des eine Rede hält. Hinter der Person ist ein Banner zu sehen, auf dem steht: “Abschiebegefängnis verhindern - in Düsseldorf, Mönchengladbach und überall”.


Presseinformation vom 17.12.2025 (Bilder und Zitate weiter unten)

Gemeinsam mit dem Flüchtlingsrat Mönchengladbach, der Gladbacher Citykirche und dem Bündnis für Menschenwürde und Arbeit hat das Bündnis „Abschiebegefängnis verhindern – in Düsseldorf, Mönchengladbach und überall“ am heutigen Mittwochnachmittag, dem 17.12.2025, zur Kundgebung  vor dem Haus der Erholung aufgerufen.

Dort forderten  150 Menschen den Stadtrat auf, sich gegen das von der Landesregierung geplante Abschiebegefängnis auf dem JHQ-Gelände in Mönchengladbach-Rheindahlen zu positionieren.

Die Stadt Mönchengladbach soll nach dem Willen der Landesregierung aus CDU und Grünen das nötige Baurecht dafür schaffen.

Die Kundgebung war bunt und kreativ, mit bemalten Bannern, einer Pappinstallation und gemeinschaftlichem Singen. Einige Mitglieder des Stadtrats hörten den Redebeiträgen kurz zu und nahmen Flyer entgegen.

Wolfgang Hess vom Bündnis für Menschenwürde und Arbeit kritisierte in seinem Redebeitrag die körperliche und psychische Gewalt, die in Abschiebegefängnissen ausgeübt wird und die dem in der Verfassung garantierten Recht auf ein würdevolles Leben entgegensteht.

Für das Bündnis Abschiebegefängnis verhindern – in Düsseldorf, Mönchengladbach und überall sprach Monika Hensen-Busch. Sie forderte die Bekämpfung von Fluchtursachen und einen menschlichen Umgang mit Geflüchteten.

Christoph Simonsen von der katholischen Citykirche Mönchengladbach erinnerte daran, dass man Problemen nicht mit Ausgrenzung begegnen dürfe und in ein vertrauensvolles, wertschätzendes Miteinander investiert werden solle.

Für den Mönchengladbacher Flüchtlingsrat sprach Jochen Schell, der die Rückkehrberatung für Ausreisepflichtige als hilfreiche Möglichkeit und Alternative für Abschiebehaft einschätzt, die die Betroffenen gerne annähmen.

Vom BIPOC.MG beteiligten sich Jihen Hairan, Spoken Word Künstlerin und Susanne B., die das Recht auf Asyl betonten und die Kommune als letzte Instanz, die dieses wahren muss.

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Auszüge aus den Redebeiträgen auf der Kundgebung:

„Das Bündnis für Menschenwürde Mönchengladbach spricht sich entschieden gegen den Bau eines Abschiebeknasts in Mönchengladbach aus. Die dort ausgeübte körperliche und psychische Gewalt deformiert das würdevolle Leben, das unsere Verfassung jedem Menschen garantiert und für das unser Bündnis sich seit Jahrzehnten einsetzt, in Angst, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.“
–  Wolfgang Hess vom Bündnis für Menschenwürde und Arbeit

„Mönchengladbach sollte als sicherer Hafen gelten, stattdessen müssen wir darin erinnern, dass Menschen im Mittelmeer ertrinken, Seenotrettung kriminalisiert wird und die europäischen Grenzen für Geflüchtete dicht gemacht sind. Es findet eine Entmenschlichung von Geflüchteten statt, und wir fordern, dass Fluchtursachen bekämpft werden und nicht die geflüchteten Menschen! Die 300 Mio € sollten in psychsoziale Begleitung, Integration, Kitas und Schulen gesteckt werden – Investitionen in Menschlichkeit statt dagegen!“
– Monika Hensen-Busch vom Bündnis Abschiebegefängnis verhindern – in Düsseldorf, Mönchengladbach und überall

„Ich bin Oberbürgermeister Heinrichs sehr verbunden, dass er in unserer Stadt den interreligiösen Gesprächskreis ins Leben gerufen hat, der ein tragfähiges Fundament dafür ist, Menschen unterschiedlicher Religion und Herkunft miteinander vertraut zu machen. Vertrauen ermöglicht ein wertschätzendes Miteinander. In ein solches Vertrauen zu investieren scheint mir zukunftsfähiger zu sein als in ein Abschiebegefängnis, welches den fragwürdigen Eindruck erweckt, man könne Probleme mit Ausgrenzung lösen.“
– Christoph Simonsen, Citykirche Mönchengladbach

„Es braucht keine Abschiebegefängnisse, wenn es eine faire, jedem offenstehende Rückkehr- und Perspektivberatung gibt.  Wir kennen die Schicksale Tausender, die wir in den letzten mehr als 30 Jahren beraten haben. Wir wissen, dass Menschen, die nach einem fairen rechtsstaatlichen Verfahren zur Ausreise verpflichtet sind, jede Hilfe annehmen, die eine Rückkehr mit einer erkennbaren Perspektive ermöglicht.“
– Jochen Schell, Beiratsmitglied des Flüchlingsrats Mönchengladbach

„Dabei ist die Idee von Schutz nicht neu.
Der Prophet Mohammed sagte einst zu Verfolgten:
Geht nach Abessinien. Dort regiert ein König,
der niemandem Unrecht tut.

Ein christlicher König – Negus.
Ein Ort, an dem Asyl gewährt wurde.
Nicht aus Angst,
sondern aus Gerechtigkeit.“

– Jihen Hairan, Spoken Word Künstlerin von BIPOC.MG

„Wo Bundes und Landes Regierung die Grundsätze dieses Staates vergessen; ist die Kommune die letzte Instanz, in der die Grundrechte und die freiheitlich demokratische Grundordnung – lokal direkt vor Ort – hochgehalten werden müssen!
Lieber Stadtrat, wir sind nicht nur das Stadtbild, wir sind die Stadt Gemeinschaft!
Wir sind die, in dessen Interesse Sie handeln sollen. Wir sind hier um sie an ihren Auftrag zu erinnern. An ihren Eid vor dem Antritt des Mandats.“
– Susanne B., BIPOC.MG

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