Düsseldorf, Mönchengladbach, 9.7.2026
Das Völkerrecht garantiert der unabhängigen ‚Nationalen Stelle zur Verhütung von Folter‘ uneingeschränkte Beobachtung von Freiheitsentziehenden Maßnahmen und Besuche in Einrichtungen des Freiheitsentzuges in Deutschland. Im Abschiebegefängnis Büren wurde der ‚Nationalen Stelle‘ nun unrechtmäßig der Zutritt verwehrt, gedeckt durch das NRW Fluchtministerium.
Besonders brisant: In der Vergangenheit hatte die Kommission bereits auf verheerende Missstände in der sog. UfA Büren aufmerksam gemacht (vgl. Bericht 2018). Auch in anderen Abschiebegefäng-nissen wie in Arnstadt, Dresden und am Flughafen BER stellte die Stelle im letzten Jahr eklatante Menschenrechtsverletzungen fest wie den Entzug von Kleidung oder die fehlende Möglichkeit grundlegender Hygiene (vgl. Bericht 2025, 81-84).
„Wir hören immer wieder von unhaltbaren Zuständen im Abschiebegefängnis in Büren. Die Landesregierung ist, was Informationen z.B. über Zwangsmaßnahmen betrifft, schon immer intransparent. Dass nun auch die vom Völkerrecht vorgesehene ‚Nationale Stelle zur Ver-hütung von Folter‘ ausgesperrt wird, unterstreicht, dass hinter den Mauern von Abschiebe-gefängnissen Unrecht geschieht und versteckt wird!“
Jennifer Springer vom Bündnis ‚Abschiebegefängnis verhindern – in Düsseldorf, Mönchengladbach und überall‘
Zusätzlich zum größten Abschiebegefängnis Deutschlands in Büren plant das Land NRW eine wei-tere Einrichtung in Mönchengladbach mit ca. 140 Haftplätzen. Auch am Düsseldorfer Flughafen soll im Zuge der GEAS Reform eine weitere de-facto-Abschiebehaftanstalt, ein sogenanntes ‚Zentrum für Außengrenzverfahren‘ entstehen. Hier gilt dann die sogenannte ‚Fiktion der Nichteinreise‘ mit der Menschen bis zu sechs Monate das Zentrum nicht verlassen dürfen.
„Der Bericht der ‚Nationalen Stelle zur Verhütung von Folter‘ beweist erneut, dass Abschiebehaft immer mit massiven Menschenrechtsverletzungen und Entrechtung einhergeht. Dieses Unrecht will das Land NRW nun in Mönchengladbach und Düsseldorf noch ausweiten.“
Jennifer Springer vom Bündnis ‚Abschiebegefängnis verhindern – in Düsseldorf, Mönchengladbach und überall‘
Das Bündnis „Abschiebegefängnis verhindern!“ setzt sich weiter für die Abschaffung der Abschiebehaft, ob in Düsseldorf, Mönchengladbach oder anderswo, ein. Unter dem Motto: Abschiebegefängnis? Nicht mit uns! findet am kommenden Mittwoch, den 15.07.26 um 14 Uhr eine Kundgebung vor der Textilakademie in Mönchengladbach anlässlich der Stadtratssitzung statt sowie die Präsentation der Ausstellung ‚break the isolation‘.
Für den Herbst sind weitere Veranstaltungen in Düsseldorf geplant.
Kontakt: info@abschiebegefaengnis-verhindern.de
Das Bündnis: https://abschiebegefaengnis-verhindern.de/
Bericht Nationale Stelle 2025 https://www.nationale-stelle.de/fileadmin/dateiablage/Dokumente/Berichte/Jahresberichte/NSzVvF_Jahresbericht_2025-DE.pdf
Bericht Nationale Stelle zum Abschiebegefängnis Büren 2018
https://www.nationale-stelle.de/fileadmin/dateiablage/Dokumente/Berichte/Besuchsberichte/20180124_-_UfA_Bueren/20180124_Besuchsbericht_UfA_Bueren_Web.pdf)